Jeden Tag im Game Science Center – Lucia zu Besuch bei Sjors Houkes

Posted by: on Jul 28, 2015 | No Comments

Ich kann seinen Namen nicht vernünftig aussprechen: Sjors, die niederländische Version von Georg. Aber er will nicht, dass ich ihn der Einfachheit halber Daniel nenne, oder Jan, Hein, Klaas oder Pit. Er geht ja nicht auf Kaperfahrt. Also quäle ich mich und Sjors sagt immer ganz aufmunternd: “ja, super”. Dieses “ja, super”, das man selber auch sagt, wenn man merkt, das wird nicht mehr besser beim Gegenüber. “Ist so eine Mischung aus Shark und Horse” versucht er das mögliche Potential noch auszureizen. “Und wo ist dann das j?” frage ich erstaunt und schaffe es einfach nicht. Also quäle ich mich.

Hier meinen Besuch bei Sjors hören:

 

Sjors ist lustig, macht sich ein Bier auf, guckt zufrieden, erzählt von Utrecht, von den japanischen Touristen, die wegen Miffy die Stadt fluten. Von seiner Masterarbeit, die er über Animationsfilme geschrieben hat (“Bildformung”) und wie er dann bei Games gelandet ist. Spätestens beim Dutch Game Garden, wo er Projektmanager war.

Das kann es doch aber noch nicht gewesen sein?! ging im durch den Kopf und wurde an der Rietveld Akademie in Amsterdam angenommen. Also war er nun Kunst-Student. Aber eben nicht einer von diesen (vielen) Kunststudenten, die ein bisschen zu selbstverliebt die Kunst ganz wirklich und echt geliebt haben. Und ihn schnell entlarvt haben als einen, der Games und Kunst zusammenbringen will. Bitte was?

Homestory, Sjors, Berlin, NiederlandeOk, Sjors verzichtete darauf, weiter dort zu bleiben und machte Pause in Berlin. Ist viel durch Berlin gekurvt, ohne Peile, ohne Plan, um so die Stadt kennen zu lernen. Auf seinem Hollandrad.

“Komisch, dass Deutsche immer so ahnungslos grundsätzlich Holländer sagen, statt Niederländer” stelle ich (nicht zum ersten Mal in meinem Leben) fest und Sjors nickt zustimmend. “Als würde man Deutsche immer einfach nur Bayern nennen.” “Ja, so ist es!” stimmt Sjors zu.
‘Aber Niederlandrad’ denke ich ‘statt Hollandrad – das würde wieder zu komisch klingen.’
Ach, Sprache, ach Worte… Lieber ne Runde spielen.

Wer mit Sjors spielen will, geht am besten mal im Game Science Center vorbei, da arbeitet er nämlich. Oder besorgt sich Tickets für sein Computerspiel-Festival, das Join. Ich kann es auf jeden Fall empfehlen, Sjors kennen zu lernen, ich hatte einen sehr vergnügten Abend.

Meinen Besuch bei Sjors auf Funkhaus Europa hören.